Unfallzahlen im Straßenverkehr

Im vergangenen Jahr sind deutschlandweit 3.046 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr getötet worden. Das bedeutet, dass es sieben Prozent weniger Todesopfer gab als 2018. Die Zahl der Verkehrstoten erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der statistischen Erhebung vor über 60 Jahren. Dies ist als Erfolg zu werten. Gleichzeitig muss es jedoch für alle Entscheider und Verkehrsteilnehmer ein Ansporn sein: es darf überhaupt keine Toten und Schwerverletzten mehr auf den Straßen geben!

Fest steht: etwa ein Drittel der 2019 bei Verkehrsunfällen Getöteten war in einen sogenannten Geschwindigkeitsunfall verwickelt. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 963 Menschen auf diese Art. Weitere 53.687 wurden verletzt, wobei 13.769 von ihnen schwere Verletzungen erlitten. Verglichen mit dem Jahr 2010 ist die Gesamtzahl der Verkehrstoten 2019 um 16,5 Prozent gesunken. Auch bei den Geschwindigkeitsunfällen zeigt sich dieser Trend: 2010 kamen noch 1.441 Menschen so zu Tode. 2019 war es zirka ein Drittel weniger als zehn Jahre zuvor.

Dennoch starb im letzten Jahr alle 9 Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland. Und das ist deutlich zu viel!

„Vision Zero“ als Leitbild

Verbände wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) setzen sich schon seit vielen Jahren für die Erhöhung der Verkehrssicherheit gemäß der „Vision Zero“ ein. Deren Ziel ist es, dass es keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr mehr gibt. Basis der Strategie ist ein sicheres Verkehrssystem fußend auf der Einsicht, dass der Mensch als Teil dieses Systems nicht fehlerfrei agiert. Deshalb muss die Gestaltung der Verkehrsmittel und der Verkehrswege dieser Erkenntnis Rechnung tragen. Auch die Regelwerke zur Teilnahme am Straßenverkehr sind entsprechend anzupassen. Ohne den Menschen aus seiner Verantwortung zu entlassen muss das Verkehrssystem so gestaltet werden, dass Fehler keine fatalen Konsequenzen wie Tote oder Schwerverletzte haben.

Unser Beitrag zur Verkehrssicherheit

VITRONIC ist bereits seit Jahren Mitglied im DVR und die „Vision Zero“ ist Teil unseres Leitbilds. Wir setzen uns für angepasste Geschwindigkeit im Straßenverkehr ein. Gleichzeitig leisten unsere Systeme zur Geschwindigkeitsüberwachung weltweit einen Beitrag zur Einhaltung von Tempolimits und damit zur Reduzierung von Todesfällen im Straßenverkehr. Wir sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen. Ein besonders anschauliches Beispiel unseres Engagements ist die Etablierung eines unserer Systeme an unserem Heimatstandort Wiesbaden.

Im Juni 2020 haben wir der Stadt Wiesbaden ein System zur stationären Geschwindigkeitsmessung für einen der Brennpunkte von Geschwindigkeitsübertretungen gestiftet. Die stark befahrene Straße am Tier- und Pflanzenpark Fasanerie soll durch die aufgestellte Anlage sicherer für Familien und Kinder werden, die diese für den Besuch des Parks überqueren müssen. Hier ist man ursprünglich von einer Durchfahrt von 2.500 Fahrzeugen pro Tag ausgegangen, mittlerweile rollen bis zu 9.000 Fahrzeuge über die Straße. Und das leider häufig viel zu schnell.

Durch die wunderbare Blitzersäule von VITRONIC sind wir in der Lage, die Verkehrsteilnehmer daran zu erinnern, an dieser Stelle mit gebremster Geschwindigkeit von 40km/h zu fahren, um querende Fasanerie-Besucher nicht zu gefährden.
Andreas Kowol Wiesbadener Stadtrat bei der Übergabe

Die Übergabe im Rahmen des „Tages der Verkehrssicherheit“ wurde durch Dr. Norbert Stein und Daniel Scholz-Stein vorgenommen. Um auch die Kleinsten auf das Thema Sicherheit im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, verteilten wir gemeinsam mit der Verkehrswacht Wiesbaden gelb-leuchtende, reflektierende Rucksäcke an die Besucherkinder. Mit diesen Rucksäcken sollen die Kinder auch nach ihrem Besuch des Parks im Straßenverkehr besser gesehen und erkannt werden.

Seit vielen Jahren besuche ich mit Begeisterung die Fasanerie, erst mit meinen Kindern, nun mit meinen Enkeln. Es ist mir seit Jahren eine Herzensangelegenheit, diesen Tier- und Pflanzenpark verkehrssicherer zu machen und somit Kinderleben zu schützen
Dr. Norbert Stein Gründer von VITRONIC

Die Geschwindigkeitsüberwachung hat schnell Wirkung gezeigt. So berichtet die Stadt Wiesbaden, dass sich die Anzahl der Verstöße aktuell bei zirka zehn Fällen pro Tag eingependelt hat. Die gemessene Höchstgeschwindigkeit lag bei 97 km/h. Der erhoffte Effekt, dass die Verkehrsteilnehmer an der Fußgängerüberquerung von den Parkplätzen zum Tierpark langsamer fahren sollen, sei voll eingetreten. Damit erfülle die Messanlage ihren Zweck.

An diesem Beispiel lässt sich leicht erkennen, dass Geschwindigkeitsmessung keine Abzocke ist, sondern Leben schützt. Vor allem diejenigen, die noch keine vollwertigen Verkehrsteilnehmer sein können: unsere Kinder. Doch welche Kriterien existieren eigentlich beim Aufstellen solcher Anlagen?

Nachvollziehbare Gründe für Geschwindigkeitsüberwachung

Überall dort, wo Unfälle gehäuft auftreten und Gefahrenstellen offensichtlich sind, werden Geschwindigkeitsüberwachungen durchgeführt. Zudem finden sie dort statt, wo Personen in besonderer Weise geschützt werden müssen. Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Seniorenheime, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen. Treten auf bestimmten Streckenabschnitten oder an besonderen Kreuzungen Unfälle gleicher Ursache vermehrt auf, werden diese diskutiert. Eine Unfallkommission prüft dann, ob es bauliche Maßnahmen wie eine griffigere Fahrbahndecke oder bessere Beschilderung gibt, um die Unfallzahlen zu senken. Gleichzeitig eruiert sie aber auch, ob sich dieses Ziel durch Überwachungsmaßnahmen z.B. von Geschwindigkeitsmessungen erreichen lässt.

Geschwindigkeit überwachen heißt Leben retten

Oft wird gemunkelt, dass hauptsächlich an Stellen gemessen wird, an denen der Staat finanziell profitiert. Das ist nicht so! Schon die Tatsache, dass Kontrollstellen im Rundfunk und in Printmedien veröffentlicht werden, widerspricht dieser These. Wenn es nur darum ginge die Autofahrer abzuzocken, dann würde es diese Transparenz nicht geben.

Der Ärger darüber, „geblitzt“ worden zu sein, ist durchaus nachvollziehbar. Trotzdem sollte klar sein, dass der Grund für die Geschwindigkeitskontrolle weder Schikane noch Geldmacherei ist. Sie dient der Verkehrssicherheit und damit dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer.

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