Der Zukunfts-Blog der Machine Vision People
Für Logistikhubs hängt eine korrekte Abrechnung davon ab zu wissen, was verschickt wurde, wie groß und schwer es war und wie es durch den Hub gelaufen ist. Wir haben mit VITRONIC-Experten Carsten Astner darüber gesprochen, wie automatisierte Messsysteme verlässliche Sendungsdaten erzeugen, Revenue Leakage verhindern und für eine faire, transparente Abrechnung sorgen.
Warum sind die Sendungsdaten für den Umsatz von Logistikunternehmen so entscheidend?

Carsten Astner: KEP‑Dienstleister müssen jede Sendung korrekt und gemäß den geltenden Tarifbedingungen abrechnen. Da Pakete nicht nur nach Gewicht, sondern vielfach nach Volumen berechnet werden, führen ungenaue Daten schnell zu entgangenem Umsatz. Präzise Messwerte stellen sicher, dass selbst geringste Abweichungen regelkonform erkannt und erfasst werden.

Schauen wir uns die Realität an: Logistikhubs verarbeiten täglich Tausende bis Millionen Objekte. Wenn Maße oder Gewichte falsch zugeordnet werden – oder im System komplett fehlen – kommt es zu Unterberechnungen, Kundenreklamationen oder aufwendigen internen Prüfungen. Solche Lücken summieren sich im Laufe der Zeit zu einem erheblichen Verlust im Umsatz. Präzise Messdaten sorgen dafür, dass jede Sendung korrekt abgerechnet wird – und das stärkt sowohl die Profitabilität als auch das Vertrauen der Kunden.

Die größte Herausforderung? Irreguläre Formen im Alltag.
Carsten AstnerGlobal Key Account Manager Logistics
Wie können Automatisierungssysteme Sendungen zuverlässig vermessen, wenn diese keine Standardmaße haben?

Carsten Astner: Die Mehrzahl der Sendungen ist quaderförmig – aber die echten Herausforderungen sind Gitarren, Snowboards, Sportgeräte, weiche Taschen oder generell nicht‑kubische, sperrige Objekte. Wenn man diese um nur wenige Zentimeter unterschätzt, entstehen schnell deutliche Fehlberechnungen und wieder wurde Umsatz „liegen gelassen“.
Um das zu vermeiden, nutzen moderne Dimensioner, zum Beispiel der Volumec HD von VITRONIC, Lasertriangulation. Dabei wird eine Laserlinie oder ein Muster auf das Objekt projiziert und mit kalibrierten Kameras aufgenommen. Aus der Verformung der Linie errechnet das System die genaue Form und Größe. Die erzeugte Punktwolke ermöglicht es, selbst unregelmäßige Geometrien in Echtzeit und bei voller Förderbandgeschwindigkeit präzise zu erfassen.

Gewicht gehört genauso zur Wahrheit wie Länge, Breite, Höhe. Wie wird diese Messung in den Prozess integriert?

Carsten Astner: Um Durchlaufzeiten zu verkürzen und den Hardware‑Aufwand – gerade in engen Hubs – zu reduzieren, wird das Wiegen direkt im gleichen Schritt durchgeführt, in dem auch Barcode oder OCR erfasst werden. Das geschieht über eine zertifizierte Waage, die in den Förderprozess integriert ist.

Es braucht also keine separate Wiegestation. Gewicht und Maße werden in einem einzigen durchgängigen Prozessschritt erfasst. Das garantiert, dass alle Daten exakt dem richtigen Paket zugeordnet werden – ohne manuelle Übergaben und ohne Verzögerungen.

All das funktioniert am System, benötigt eine Legal-for-Trade-Zertifizierung (LFT) für den Betreiber. Was ist nötig, um diese zu erhalten und somit die Auflagen nicht ineffizienter zu machen?

Carsten Astner: LFT‑Zertifizierungen stellen sicher, dass Messwerte, die für die Abrechnung genutzt werden, klar definierten metrologischen Standards entsprechen. Dafür muss ein System einen strukturierten Prüfprozess durchlaufen: Labortests, Umweltprüfungen, Kalibrierkontrollen sowie die vollständige Verifikation der gesamten Messkette.

Erst wenn Messprinzip, Hardware und Software innerhalb der geforderten Toleranzen arbeiten – und zwar unter realen Einsatzbedingungen – vergibt die zuständige Behörde das Zertifikat.

In unserem Fall ist das für die Betreiber angenehm einfach:
All diese Anforderungen erfüllen wir vor der Auslieferung. Dimensionierer, Waage, Kamera-Komponenten und verarbeitende Software werden als ein komplett zertifiziertes System bereitgestellt – nicht als Einzelteile. Damit ist das System sofort abrechnungsfähig, ohne dass Betreiber selbst eine Zulassung beantragen müssen.

Unsere Lösungen werden entsprechend den Standards MID, OIML und NTEP zertifiziert – und sind damit weltweit einsetzbar.
Carsten AstnerGlobal Key Account Manager Logistics

In Kürze

  • Korrekte Abrechnung braucht präzise Maße und Gewichte jeder Sendung.
  • Lasertriangulation erfasst zuverlässig nicht‑kubische und unregelmäßige Formen.
  • Integrierte Waagen liefern Gewichtsmessungen im gleichen automatisierten Arbeitsschritt.
  • Alle Messdaten werden über eindeutige IDs sauber mit Accounts und Abrechnungssystemen verknüpft.
  • LFT‑zertifizierte Systeme erleichtern Compliance, reduzieren Aufwand und schützen Erlöse.

Zusammenfassung

Verlässliche Abrechnung basiert auf präziser, automatisierter Paketerfassung. Lasertriangulation identifiziert selbst komplexe Formen hochgenau, während integrierte Waagen das Gewicht im gleichen Prozessschritt aufnehmen. Dadurch entsteht ein digitaler Fingerabdruck für jede Sendung, der direkt in WMS-, TMS- oder ERP‑Systeme übertragen wird. Mit sofort einsatzbereiter, LFT‑zertifizierter Messtechnik müssen Betreiber keine metrologischen Aufgaben übernehmen – und können sich auf das konzentrieren, was zählt: stabile Durchsatzraten, transparente Prozesse, gesicherte Erlöse und reibungslose Abrechnung.
Carsten Astner

Carsten Astner

Vertrieb Logistikautomation
E-Mail
carsten.astner@vitronic.com
Telefon
+49 151 6896 2325
Als innovativer, disziplinierter und überzeugender Visionär steht Carsten Astner stets zielbewusst und darauf ausgerichtet, die Grenzen des Machbaren zu erweitern und nachhaltige Erfolge gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern zu erzielen. Seine umfassende Erfahrung in der Implementierung von Prozessoptimierungen und Innovationen helfen dabei, Maßgeschneiderte Lösungen zu kreieren. Mit seinem starkem unternehmerischem Denken, hilft er seinem Gegenüber nicht nur mit seinem Fachwissen seine Lösungen, sondern auch mit Verständnis und Expertise für die Umgebung seines Gegenüber, ganzheitlich Wege zum Ziel zu finden.

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