Wie VITRONIC die Möglichkeiten der KI heute in VIRO WSI integriert
Das System VIRO WSI von VITRONIC zeigt, wie sich KI bereits heute in der Serienfertigung nutzen lässt – ohne regulatorische Konflikte und mit eindeutigem Nutzen für die Qualitätssicherung. Es kombiniert laserbasierte 3D-Sensorik mit KI-gestützter Bildauswertung und wurde speziell für die Inline-Prüfung von Schweißnähten in der Karosseriefertigung entwickelt. Im Fokus stehen zwei Aufgaben: die automatische Nahtfindung und die Klassifizierung von komplexen Irregularitäten.
Die Nahtfindung erfolgt auf Basis geometrischer Merkmale. Das System erkennt, wo eine Schweißnaht beginnt, wo sie verläuft und wo sie endet – auch bei variierenden Bauteilen, wechselnden Positionierungen oder veränderten Oberflächen. Damit entfällt die manuelle Definition von Prüfbereichen und die Lokalisierung wird robuster gegen Fertigungsschwankungen.
Für die Fehlerdetektion nutzt VIRO WSI eine Kombination aus Grauwert- und Höheninformationen. Anders als viele marktübliche Systeme analysiert es nicht nur das zweidimensionale Bild, sondern bezieht auch die Tiefenstruktur der Oberfläche ein. Das verbessert die Klassifikation: Löcher und Poren lassen sich sicher von Schmauch unterscheiden, Spritzer werden als separate Merkmale erkannt, Nahtvertiefungen lassen sich bewerten. Erfasst werden Fehlergrößen je nach Schweißverfahren und verwendetem Sensor ab 0,1 mm. Die Auswertung erfolgt in Echtzeit direkt in der Linie. Gerade dort, wo eine saubere Nahtbildbeurteilung notwendig ist – etwa um nachgelagerte Schleif-, Reinigungs- oder Korrekturprozesse zu reduzieren –, zeigen sich die Effekte besonders deutlich.
Die KI arbeitet nicht autonom. Sie ist in ein klassisches Prüfsystem eingebettet und liefert validierte, rückverfolgbare Ergebnisse. Alle Detektionen werden dokumentiert, Grenzfälle können manuell verifiziert werden. Damit erfüllt VIRO WSI die Anforderungen an Lösungen im Rahmen bestehender Werksvorgaben und Normen. VITRONIC verzichtet bewusst auf den Einsatz spezialisierter Hochleistungsrechner. Das System läuft auf industrietauglicher Standardhardware und lässt sich ohne infrastrukturelle Hürden in bestehende Linien integrieren.