Der Zukunfts-Blog der Machine Vision People

Robotik und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gehören zu den Trends innerhalb der Lager- und Automatisierungstechnologie. Durch sie sollen die steigenden Anforderungen an Leistung und Effizienz bewältigt werden.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 mehr als vier Millionen Roboter in sogenannten Robotic Warehouses eingesetzt werden. Dieser Blogartikel verrät Ihnen deshalb, welchen Mehrwert Robotik und KI für die Verbesserung von Prozessen in der Logistik bereithalten und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung erfüllt sein müssen.

Die größte Herausforderung: Kosten

Die Preise für Automatisierungstechnik waren bisher ein wesentliches Hemmnis für ihre Integration. In einer 2019 durchgeführten Umfrage unter Experten für Lieferketten nannten 39 Prozent die Kosten als größte Herausforderung. Gleichzeitig gaben jedoch 32 Prozent der Befragten an, dass sie derzeit bereits Robotik einsetzen und weitere 51 Prozent erwarten, dass sie sie innerhalb der nächsten 2 Jahre zum Einsatz bringen werden. Auch steigende Lohnkosten werden dazu führen, dass auch Start-ups und kleine Unternehmen dazu tendieren, auf Automatisierung zu setzen.

Was bedeutet Prozessverbesserung in der Logistik?

Es geht beispielsweise darum, den Prozess der Sortierung und der Paketabfertigung zu beschleunigen, ohne dass die Genauigkeit oder die Sicherheit beeinträchtigt wird. Letzteres bedeutet, dass genutzte Roboter keine Menschen verletzen und zudem unabhängig von den Umständen ihres Einsatzes stabil arbeiten. Das übergreifende Ziel der Prozessautomatisierung besteht darin, Abläufe für Logistikunternehmen einfacher und effizienter zu gestalten. Das bedeutet jedoch vor allem, ausschließlich Aufgaben zu automatisieren, die wirklich von Robotik und KI profitieren könnten.

Die Integration von Robotern zur Beschleunigung eines bestehenden Prozesses, ohne den vor- oder nachgelagerten Prozess zu betrachten, ist wenig effektiv. Die Robotik kann jedoch wichtige Prozesse sichern, da sie das Risiko von Fehlern verringert.
Till Neumann Produktmanager Logistikautomation

Prozessoptimierung ist ein Dauerthema

Einige der Elemente, die zur Prozessverbesserung in der Logistik beitragen, sind in Paketzentren und Fulfillment Centern bereits etabliert. Förderbänder, Sortieranlagen und fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind nur einige Beispiele, die die Arbeit von Menschen entweder ersetzen oder begleiten können. FTS können zum Beispiel den Warenfluss nach dem Sortiervorgang erhöhen. Zudem können sie anhand von Daten feststellen, ob ein Paket eingelagert oder vom Verteiler weiterverarbeitet werden muss. Letztlich geht es bei der nächsten Generation von Prozessinnovationen darum, Mensch und Technologie auf intelligentere Weise zusammenarbeiten zu lassen.

Warum sollten Sie Prozessverbesserungen anstreben?

Die Vorteile von Prozessoptimierungen in der Logistik sind vielfältig und umfassen folgende Aspekte:

Skalierbarkeit

Die Mehrheit der Endkunden möchte ihre Pakete in nur ein bis drei Tagen zugestellt bekommen. Amazon, Zalando und andere Unternehmen setzen dies bereits um – andere Logistikdienstleister sind also gefordert mitzuhalten. KI und Robotik können Unternehmen in diesem Zusammenhang dabei helfen, ihre Lieferungen zu skalieren. Lastspitzen können effizient abgefedert und Kapazitäten vergleichsweise einfach ausgebaut werden.

Überwachung

Endkunden sind in der Regel sehr neugierig auf den Status ihrer Pakete. Je mehr Daten Logistikunternehmen abrufen können, desto mehr Informationen können sie zur Verbesserung ihrer Prozesse nutzen. Menschen fehlt hier schlicht die Fähigkeit zur Datenerfassung und -analyse, die Robotik bietet.

Grüne Logistik

Eine verbesserte Logistik, gepaart mit dem Einsatz von Robotern vor allem an zentralen Verteilerknotenpunkten, kann bei der Handhabung von Paketen Lagerplatz und Energie sparen. Durch die Senkung der Arbeits- und Energiekosten pro Paket können Unternehmen mehr Pakete in einem einzigen Hub bearbeiten.

Wann macht es also Sinn, Robotik und KI in der Logistik einzusetzen?

Manche Unternehmen wissen nicht, ab welchem Zeitpunkt genau sie Prozessverbesserungen anstreben sollten.

Logistikverantwortliche fragen sich hier vielleicht, ob:

  • Ihr technologischer Reifegrad ein bestimmtes Niveau erreicht haben muss, bevor sie den Schritt wagen.
  • KI und Robotik mit der aktuellen technologischen Infrastruktur des Unternehmens kompatibel sein muss.
  • Sie erst als Unternehmen wachsen müssen, bevor sie Robotik und KI einsetzen können.

Die Wahrheit ist, dass Unternehmen aller Größenordnungen Robotik und KI in einem vernünftigen Rahmen in ihre Prozesse einbauen können. In der Tat ist die Prozessverbesserung für kleinere Unternehmen – oder zumindest für Unternehmen, die noch keinen konkreten Logistik- oder Lieferkettenprozess eingerichtet haben – oft viel einfacher umzusetzen. Jedoch verfügen Start-ups und kleinere Unternehmen meist noch nicht über die Investitionsmittel und das Volumen zur Integration. Es handelt sich also um eine sehr individuelle Kosten-Nutzen-Abwägung.

Es ist schwieriger, einen Prozess zu ersetzen, der bisher ausschließlich auf menschlicher Interaktion beruhte, als einen völlig neuen Prozess zu entwickeln und einzuführen.
Till Neumann Produktmanager Logistikautomation

Wann wird sich die Automatisierung für Sie auszahlen?

Logistikunternehmen können bereits schnell von den Vorteilen ihrer Automatisierungsinvestitionen profitieren. Und das, obwohl die konkreten Ergebnisse von Faktoren wie den folgenden abhängen können:

  • Arbeitskosten
  • Energiekosten
  • Anzahl der in einer bestimmten Zeitspanne zugestellten Pakete

Es gibt kein Patentrezept für die Automatisierung. Dennoch werden Unternehmen, wenn sie sich dafür entscheiden, nicht zwangsläufig lange für die Umsetzung brauchen. So kann ein einfacher Plug-and-Play-Ansatz ggf. in nur wenigen Monaten entwickelt und implementiert werden. Auch individuellere Prozesse können in wenigen Jahren umgesetzt werden.

Was wird die Zukunft der Prozessverbesserung bringen?

Derzeit werden Logistikprozesse noch sehr langsam automatisiert. Robotik und KI sind weiter verbreitet als je zuvor, aber sie sind noch nicht die Norm.

Die Implementierung von KI zur effektiveren Nutzung von Daten und zur Automatisierung einstmals menschenbezogener Prozesse wird aber in wenigen Jahren zum Mainstream gehören. 5G- und Distributed-Ledger-(DLT)-Technologien, also digitale Systeme zur Erfassung von Transaktionen einzelner Assets, werden ebenfalls an Bedeutung gewinnen und dabei helfen, globale Sendungen zu überprüfen und zu verfolgen. Diese Ansätze werden jedoch vorerst eine eher unterstützende Rolle spielen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie eine Schlüsselstellung bei der Verbesserung von Prozessen einnehmen werden.

Aus rechtlicher Sicht müssen die Innovationen darüber hinaus jetzt und in Zukunft dem Sustainable Supply Chain Act entsprechen. Dies bedeutet ggf., dass Logistikunternehmen in dem Bestreben, ihre Unternehmenshaftung zu mindern, gezwungen sein werden, ihre Infrastruktur unabhängig von ihren persönlichen Automatisierungsbedürfnissen oder -zielen zu optimieren.

Wie kann VITRONIC zur Prozessoptimierung beitragen?

Basis für die Optimierung logistischer Prozesse ist immer die automatisierte Erfassung von Daten – schnell, effizient und fehlerfrei. VITRONIC bietet Lösungen für die Bereiche Lager-, Distributions- und E-Commerce-Logistik, KEP-Branche und Luftfracht. Dies umfasst Systeme zur Erfassung von Sendungsdaten wie Codes, Klarschrift, Gewicht und Dimensionen. Von der automatisierten Unterstützung manueller Sortierprozesse bis hin zu voll integrierten Lese- und Sortiersystemen bietet VITRONIC Lösungen für jeden Bedarf. 

Fazit

In Kürze

  • KI und Robotik unterstützen dabei, Logistikprozesse effizienter zu gestalten
  • Unternehmen aller Größenordnungen können von ihrem Einsatz profitieren
  • Zur sinnvollen Integration müssen die vor- und nachgelagerten Prozesse ebenfalls betrachtet werden
  • In zehn Jahren wird der Einsatz von KI zur Automatisierung einst menschenbezogener Prozesse Standard sein

Zusammenfassung

Die Zukunft von Robotik und KI sieht vielversprechend aus, auch wenn verschiedene Unternehmen auf diesem Feld unterschiedlich schnell vorankommen werden. Man kann davon ausgehen, dass ihre Verbreitung zunächst bei FTS am deutlichsten zunehmen wird, gefolgt von Hubs und Fulfillment Centern, die mehr maschinelle als menschliche Interaktion aufweisen. Zudem gehen die Entwicklungen dahin, dass es in wenigen Jahr nichts Ungewöhnliches mehr sein wird, wenn ein einziger Mitarbeiter alle Logistiksysteme isoliert bedient und die Maschinen überwacht, um sie am Laufen zu halten.

Stephan Fillinger

Stephan Fillinger

Produktmanager Logistikautomation
E-Mail
stephan.fillinger@vitronic.com
Mein Name ist Stephan Fillinger und ich arbeite als Produktmanager in der Logistikautomation im VITRONIC Headquarter Wiesbaden. Innovation und Optimierung sind für mich spannende Themen, die vielfältige Wege eröffnen können.

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